An der Börse können Sie in beide Richtungen verdienen — wenn Sie wissen, wie. „Long" heißt: auf steigende Kurse setzen. „Short" heißt: auf fallende. Diese Lektion zeigt beide Seiten der Medaille und ihren wichtigsten Unterschied: das Risiko.
Die meisten denken bei Börse nur an „kaufen und auf Anstieg hoffen". Doch professionelle Trader verdienen genauso an fallenden Kursen. Der Trick: Man muss nicht besitzen, was man verkauft — man kann es sich leihen.
Sie kaufen jetzt zu 100 € und hoffen, später zu 120 € zu verkaufen. Steigt der Kurs, gewinnen Sie. Das ist die klassische, intuitive Richtung.
Gewinn, wenn der Kurs steigt. Verlust, wenn er fällt.
Sie leihen sich das Wertpapier, verkaufen es sofort zu 100 € und kaufen es später — hoffentlich zu 80 € — zurück, um es zurückzugeben. Die Differenz ist Ihr Gewinn.
Gewinn, wenn der Kurs fällt. Verlust, wenn er steigt.
Der Leerverkauf (Short Sale) wirkt erst paradox. In vier Schritten wird er logisch — und Sie verstehen, warum ein Short eine geliehene Position ist, für die meist Gebühren anfallen.
Bei einer Long-Position kann der Kurs maximal auf null fallen — Ihr Verlust ist auf den Einsatz begrenzt. Beim Short ist es umgekehrt: Der Kurs kann theoretisch unbegrenzt steigen. Damit ist auch Ihr möglicher Verlust unbegrenzt.
Wählen Sie eine Richtung, stellen Sie Ihren Einstieg fest bei 100 € und schieben Sie den aktuellen Kurs. Die Auszahlungslinie zeigt, wie sich Ihr Ergebnis mit dem Kurs verändert — und wo die Gewinnschwelle liegt.
Wer Long und Short beherrscht, ist nie „auf einen steigenden Markt angewiesen".
Erst kaufen, später teurer verkaufen. Verlust ist auf den Einsatz begrenzt.
Geliehenes erst verkaufen, später billiger zurückkaufen. Verlust ist nach oben offen.
Shorten ist gefährlicher. Anfänger starten fast immer mit Long-Positionen.